Ölwechsel an der K 1600 GT/GTL: Die versteckte Ablassschraube, die vielen zum Verhängnis wird

Ölwechsel an der K 1600 GT/GTL: Die versteckte Ablassschraube, die vielen zum Verhängnis wird
Ein Ölwechsel gehört für die meisten K-1600-Fahrer zu den Arbeiten, die man sich zutraut - Öl ablassen, Filter tauschen, neues Öl rein, fertig. Ein aktueller Fall aus dem bmw-bike-forum.info zeigt allerdings, dass genau dieser Routinejob an der K 1600 GT/GTL eine Tücke hat, die schon so manchem erfahrenen Schrauber die Nerven gekostet hat: die innenliegende Ölablassschraube. Alle Informationen bzgl. Kundendienst, welches Öl, welche Füllmengen und welche Arbeiten bei welchem KM-Stand erledigt werden usw. findet ihr hier bei Hornig: https://www.motorradzubehoer-hornig.de/BMW-K-1600-GT/Wartungsintervalle-Kundendienst/
Zwei Schrauben, ein Problem
An der K 1600 GT/GTL gibt es beim Ölwechsel nicht nur eine, sondern zwei Ablassschrauben:
- Eine außenliegende Schraube an der Ölwanne (M16 x 1,5, angezogen mit 28 Nm) - die ist gut erreichbar und macht in der Regel keine Probleme.
- Eine innenliegende Verschlussschraube am Sumpfblech (M10 x 1, angezogen mit nur 12 Nm), die mit einem langen 5-mm-Innensechskant gelöst wird.
Genau diese zweite, versteckte Schraube war im Forum das Thema: Ein K-1600-GT-Fahrer (Baujahr 2018) kam mit seinem Sechskantschlüssel einfach nicht an sie heran beziehungsweise bekam sie nicht gelöst. Andere Nutzer vermuteten zunächst Torx oder einen ausgenudelten Innensechskant, ein Forist brachte sogar die Vielzahn-Geometrie XZN ins Spiel, die einem Sechskant zum Verwechseln ähnlich sieht, aber mechanisch etwas ganz anderes ist. Wer mit dem “scheinbar passenden” Werkzeug ansetzt, rundet die Schraube im Zweifel endgültig ab - genau das war hier wohl passiert.
Was daraus zu lernen ist
Für die eigene Wartung an der K 1600 lassen sich aus dem Thread ein paar klare Lehren ziehen:
Original-Werkzeug verwenden. BMW gibt für diese Schraube ausdrücklich einen Innensechskant mit SW8 außen und SW5 innen frei. Sitzt an deiner Maschine etwas anderes, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Originalteil mehr - ein Warnsignal, das du ernst nehmen solltest, bevor du überhaupt ansetzt.
Nicht mit Gewalt gegen ein unsicheres Gefühl arbeiten. Wenn der Schlüssel nicht sauber greift oder beim Drehen durchrutscht, ist das kein Fall für mehr Hebelkraft, sondern ein Signal, sofort aufzuhören. Genau dieser Reflex - “dann probier ich es eben mit mehr Kraft oder einem anderen Schlüssel” - hat im geschilderten Fall den Schaden erst vergrößert.
Drehmomente ernst nehmen. Mit 12 Nm ist die innenliegende Schraube deutlich sensibler angezogen als die äußere mit 28 Nm. Wer beim nächsten Wechsel zu fest anzieht, schafft sich das gleiche Problem selbst.
Auf Materialpaarung achten. Ein Forist wies zurecht darauf hin, dass Kupferdichtringe in Verbindung mit Aluminiumgehäusen und Feuchtigkeit zu Korrosion führen können. Bei jedem Wechsel neue, passende Dichtungen zu verwenden, ist daher keine Kleinigkeit, sondern schützt genau vor solchen Folgeschäden.
Wenn es doch passiert ist
Ist die Schraube einmal rundgedreht, bleibt im Forum letztlich der ernüchternde Befund: Ein sauberes Herausdrehen mit Standardwerkzeug ist dann meist nicht mehr möglich. Als Optionen bleiben ein passender Schraubenausdreher, der vorsichtige Ausbau der kompletten Ölwanne samt Schwallblech - laut Werkstattauskunft im geschilderten Fall verbunden mit dem Abbau der Krümmer und schnell im Bereich von mehreren Hundert Euro - oder der Griff zum Fachbetrieb, der solche Fälle öfter sieht als der Hobbyschrauber. Von Aufbohren direkt am eingebauten Motor raten erfahrene Nutzer im Thread ab, weil Späne in die Ölwanne fallen können.
Fazit für die eigene Werkstatt
Der Ölwechsel an der K 1600 bleibt grundsätzlich eine Arbeit, die sich in Eigenregie erledigen lässt. Die versteckte Ablassschraube am Sumpfblech verdient dabei aber besondere Sorgfalt: das richtige Werkzeug, ein sauberer Sitz vor dem ersten Drehmoment und die Bereitschaft, bei Unsicherheit lieber einmal zu viel nachzufragen, als am Ende eine Ölwanne ausbauen zu müssen. Wer schon einmal unsicher war, ob am eigenen Motorrad wirklich Original-Schrauben verbaut sind, sollte das vor dem nächsten Wechsel klären - das erspart im Zweifel genau die Geschichte, die im Forum so ausführlich diskutiert wurde.